
Betriebsorganisation
Teil von Wie lassen sich Bestand, Inventur und Software im Gastbetrieb koordinieren?
Inventur in der Gastronomie vorbereiten und Zuständigkeiten festhalten
Inventur Gastronomie planen: Zuständigkeiten, Stichtag und Erfassungsweg schriftlich regeln, Zählergebnisse geordnet übergeben und typische Lücken vermeiden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Legen Sie vor dem Stichtag schriftlich fest, wer zählt, wer prüft und wer abzeichnet.
- Wählen Sie den Erfassungsweg bewusstPapierliste oder Software mit App und selektiver Zählung.
- Regeln Sie die Abgabe der Zählergebnisse mit Name, Datum und Ablageort.
Zuständigkeiten vor der Inventur schriftlich festlegen
Der BGN/DEHOGA-Branchenleitfaden für Hotellerie und Gastronomie empfiehlt, für jeden Arbeitsbereich transparent zu machen, wer für die Umsetzung verantwortlich und wofür er weisungsbefugt ist. Dasselbe Prinzip trägt die Inventur: Ohne benannte Verantwortung bleibt offen, wer die Zählung ansetzt und wer das Ergebnis prüft.
Sinnvoll sind drei Rollen. Eine Person koordiniert Termin und Unterlagen, eine zählt je Lagerbereich, eine prüft und zeichnet ab. Bei kleinen Betrieben fallen die Rollen zusammen, die Trennung von Zählung und Abzeichnung sollte aber sichtbar bleiben. Ein schriftlicher Anhang hilft, der auf den Praxishilfen des Branchenleitfadens aufbaut.
Bevor Sie Software für die Erfassung einsetzen, prüfen Sie die im Lager tatsächlich nutzbaren Funktionen. Der Anbieter Gastronovi nennt für sein Warenwirtschaftsmodul unter anderem eine mobile Inventur und Bruchlisten als Funktionsmerkmale. Solche Angaben sind Herstellerbeschreibungen, keine unabhängigen Testergebnisse.
Erfassungsweg und betriebliche Vorbereitung abstimmen
Die Inventur scheitert selten am Zählen, sondern an der Vorbereitung. Räumen Sie vorher Gänge frei. Der Branchenleitfaden verlangt ausreichend Lagerflächen, damit Verkehrswege nicht zugestellt werden, und Regale mit ausreichender Standsicherheit und Tragfähigkeit, Wandregale sollen verankert sein.
Wählen Sie dann den Erfassungsweg. Papierlisten sind ohne Strom ausfüllbar, aber fehleranfällig bei der Übertragung. Software kann Zählungen vorsortieren. FoodNotify beschreibt für die Warenwirtschaft unter anderem eine selektive Inventur sowie eine Inventur über die App auf Smartphone oder Tablet. Ob Ihr Betrieb davon profitiert, hängt von Geräteausstattung und Netz im Lager ab.
Ein Vorbereitungsblatt lässt sich in fünf Positionen aufbauen. Nehmen wir ein fiktives Beispiel: Ein Café mit Trockenlager, Kühlraum und Bartheke plant die Zählung für Montag nach Betriebsschluss. Die Lagerleitung trägt als Koordinatorin den Stichtag und die Zählbereiche ein. Für den Kühlraum wird die stellvertretende Küchenleitung als Zählerin benannt, für Trockenlager und Bar je eine Servicekraft. Als Prüferin wird die Inhaberin festgelegt. Die folgende Checkliste ist ein redaktioneller Vorschlag, kein vorgeschriebenes Formular.
Erfassungsweg und Vorbereitung abstimmen
| Position | Feld | Beispielhafter Eintrag |
|---|---|---|
| 1 Zuständigkeit | Name, Rolle | Lagerleitung initiiert |
| 2 Stichtag | Termin, Uhrzeit | Montag 21:30 Uhr nach Betriebsschluss |
| 3 Erfassungsweg | Medium, Gerät | Tablet mit App für Kühlraum; Papier für Bar |
| 4 Zählergebnis | Abgabeformat | Liste je Lagerzone, abgezeichnet bis 23:00 Uhr |
| 5 Abzeichnung | Prüfperson, Datum | Inhaberin prüft stichprobenartig am Folgetag |
Das Zählergebnis bleibt ohne Übergabenachweis wertlos. Halten Sie fest, wer wann welche Ergebnisse abgegeben hat und wo sie liegen. Diese betriebliche Empfehlung macht Zuständigkeit und Ablageort für das Inventurteam nachvollziehbar.
Zählergebnisse mit Verantwortlichem und Termin übergeben
Regeln Sie vor der Zählung, in welcher Reihenfolge Bereiche abgearbeitet werden. Kühlhaus, Trockenlager, Bar und Küche haben unterschiedliche Zählgeschwindigkeiten. Wer nach der Zählung nachträglich Mengen ändert, muss erkennbar sein.
Definieren Sie eine kurze Abgabezeit. Ein Beispiel: Die Zählung endet um 22:30 Uhr, die geprüften Listen liegen bis 23:00 Uhr im Ablageordner. Solche Uhrzeiten sind illustrative Annahmen und kein branchenweit gültiger Standard. Entscheidend ist, dass die Frist vor der Inventur bekannt ist und im Vorbereitungsblatt steht. So lassen sich verspätete oder unvollständige Abgaben sofort erkennen.
Ein Übergabeprotokoll mit Spalten für Bereich, Zähler, Prüfer, Uhrzeit und Ablageort verhindert Rückfragen. Es genügt ein zweiseitiges Dokument, das zur bestehenden Dokumentation passt.



